Jugend in der Christengemeinschaft

Kulturfreizeit

Seit 2016 veranstalten mehr als 20 Jugendliche und junge Erwachsene jährlich eine kulturpädagogische Ferienfreizeit für geflüchtete Kinder in Dortmund. Die Kulturfreizeit ist von einer dichten Stimmung geprägt, auf ihr gelingt es, ein Fest der Menschlichkeit und eine Heimat im Leben entstehen zu lassen. Diese Sommertage stellen für die Kinder mitunter die schönsten Erlebnisse der gesamten Sommerferien dar, von denen noch lange gezehrt werden kann und die den Integrationsprozess wirksam unterstützen. Untenstehend erfahrt ihr im Blogbeitrag und in Videos mehr über die Kulturfreizeit.

Bericht von der Kulturfreizeit 2019 in Dortmund

Diesen Sommer konnte erneut die Kulturfreizeit an der Rudolf Steiner Schule Dortmund stattfinden. Das Projekt wurde von vielen Helfern aus weiten Teilen Deutschlands organisiert. Unser Ziel war es durch kreative Workshops, Spiele und Nachmittagsaktionen mit den über 50 Flüchtlingskindern eine schöne, erlebnisreiche Woche zu gestalten. Die Kinder, welche zwischen 4 und 17 Jahre alt waren, hatten so die Möglichkeit von ihrem alltäglichen Leben Abstand zu nehmen und sich für einige Stunden des Tages in einer altersentsprechend vorbereiteten Umgebung zu entfalten.

Zunächst sammelten wir uns auf dem Schulhof. Singend formten wir dann den Morgenkreis, bei dem geklatscht, gesungen und Märchen gehört wurden. Darauf folgten die Workshops. In diesen wurden unter anderem Traumfänger gebastelt, plastiziert und Paracord-Bänder gemacht. Zum Mittagsessen trafen sich die einzelnen Gruppen wieder und wir wünschten uns auf Deutsch, Kurdisch und Arabisch eine Gesegnete Mahlzeit. An einem der Nachmittage bauten wir auf dem Schulhof einen Markt der Möglichkeiten auf. Wir haben uns gegenseitig geschminkt, als Schmetterlinge, Superhelden und uns mit viel Glitzer verschönern lassen. Es gab Dosenwerfen, eine Wasserschlacht und es wurden T-Shirts für jedes Kind hergestellt als Erinnerung mit den Unterschriften von allen Helfern. An einem anderen Nachmittag wanderten wir in den Rombergpark, der uns als Vorlage für die Landart diente. Mit bunten Bändern, Kreide und Naturmaterialien wurde der Weg zum Park verschönert und die Bäume, Büsche und Zäune zu farbenfrohen Kunstwerken.

Besonders fasziniert hat mich, wie offen manche Kinder über ihre Erfahrungen aus ihren Heimatländern oder während ihrer Zeit auf der Flucht gesprochen haben. Auch untereinander haben sich die Kinder über ihre Vergangenheit ausgetauscht und auf ganz verständnisvolle Weise ihr Beileid gegenüber den verlorenen Angehörigen der anderen Kinder geäußert.

Das Wichtigste bei der Umsetzung unserer Ideen, war abgesehen von den Freizeitbeschäftigungen die Stimmung, die zwischen allen Teilnehmern entstanden ist. Durch einige Vorbereitungstreffen und den gemeinsamen Aufbau an der Schule, konnte eine richtige Helfergemeinschaft entstehen, die die Kinder in ihre Mitte aufgenommen hat. Obwohl wir nur fünf Tage mit den Kindern verbracht haben, konnte daher diese besondere Art von Ferienfreizeit entstehen, die sowohl für die Kinder als auch für uns Helfer eine wunderbare Erfahrung war.

Esther Vondra, 20, Dortmund

Film von der Kulturfreizeit 2017 in Dortmund

Schon zum zweiten Mal lebten wie im Juli 2017 unsere kulturpädagogische Freizeit so, dass das Gefühl entstand: Der Sinn des Lebens klopft an unsere Herzen an. Wir waren erfüllt von guter Arbeit in bester Atmospähre und empfanden tiefe Dankbarkeit für die Möglichkeit, helfen zu dürfen – und zu können.