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Rückblick

Vom sechsten Kinderlager in Cali, Kolumbien

Das Landhaus
Das Landhaus – la finca

Heute möchte ich euch einen kurzen Bericht der Kinderfreizeit in Cali zukommen lassen. Denn auch dieses Jahr hat die Gemeinde die Arbeit mit den Kindern aus dem armen und schwierigen Stadtviertel „El Retiro“ fortgesetzt. Die wöchentlichen Treffen mit den Kindern am Donnerstag endeten auch dieses Jahr wieder in einem Kinderlager hoch oben in den Bergen über Cali. Das Landhaus dort findet sich zwischen bewaldeten Berghängen, die einen faszinierenden Blick in die Landschaft bieten und den Kindern so einen erholsamen Kontrast zu ihren heimatlichen Straßen bietet.

Während der neun Tage arbeiteten je zwei Helfer mit Gruppen von vier Kindern an spezifischen Themen. Gemeinsame Geländespiele und Wanderungen gehörten ebenso zum Programm.

Kinderfreizeit in Cali. Spielende Kinder.
Eines der beliebtesten Spielzeuge auf dem Gelände des Landhauses.

Für die Kinder soll diese Freizeit die Möglichkeit bieten, wenigstens für ein paar Tage aus ihrem – ja – gefährlichen und von Gewalt geprägtem Alltag heraus zu kommen; sie sollen hier eine andere Art der Pädagogik erleben dürfen; sie können hier den Raum für verschiedenste künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten ergreifen und nicht zuletzt erhalten sie hier drei üppige und leckere Mahlzeiten am Tag.

Für uns Helfer bot diese Arbeit mit den Kindern die Sicht auf ein Leben, von dem man in der Stadt und in unserem Alltag eigentlich in der Regel wenig wissen möchte. Auch wenn der Lebensstil der Kinder den Helfern, die sich das Jahr über immer Donnerstags mit den Kindern in der Kirche getroffen haben,schon bekannt ist, so war es für viele Helfer, die bloß auf der Freizeit halfen, eine sehr andere und bereichernde Erfahrung. Neben vielen jungen Erwachsenen aus Kolumbien selber trafen sich auf dieser Freizeit Helfer aus Spanien, Deutschland, Argentinien und Brasilien. Gemeinsam bemühten wir uns den Kindern diese neun Tage zu einer wirklich schönen Erfahrung zu machen.

Mir persönlich gab diese Freizeit einen ersten Eindruck davon, wie es sein muss, zwischen Straßenbanden aufzuwachsen – bereits in der Kindheit erwachsen sein zu müssen um die Gefahren zu kennen und gleichzeitig nicht den Raum geboten zu bekommen, um aufwachsen zu können, seine Kindheit nicht ausleben zu können, sich nicht entfalten zu können. Für diese Eindrücke bin ich sehr dankbar, kann ich mit diesen Erfahrungen doch eine neue Perspektive der Wertschätzung von Kindheit und Erziehung eines Kindes ergreifen.

Abschließend möchte wir, die Helfer, die Gemeinde in Cali und natürlich die Kinder selbst, all den vielen Spendern danken, die dieses Projekt Jahr für Jahr möglich machen. Dankeschön.

Johann Schmiedehausen, Lagerhelfer
cali@lacomunidaddecristianos.org